Spender der Staffelei: Prof. Dr. Fritz Wolfgang Bohling
Da am 15.01.2026 der 133. Geburtstag von Kurt Preißler war, so wurde er logischerweise am 15.01.1893 geboren – geboren in Sayda. Zu dieser „133. Geburtstagsfeier“ sind wir bei diesem Bild zur Weihe am ehemaligen Wohnhaus der Familie Preißler gekommen um dem Sohn unserer Stadt die Ehre zu erweisen und ein weiteres Bild in den Malerweg Sayda aufzunehmen.
Aber nun zu der Person um welche es heute eigentlich geht, zu unserem Geburtstagskind und auf dem Bild gezeigten Kurt Preißler im Selbstbildnis…
Sein Vater - tätig als Dekorationsmaler - scheint ihm die Begabung für die Malerei in die Wiege gelegt zu haben. In der Folge verzog die Familie Preißler nach Dresden wo der Sohn...
Enthüllung der StaffeleiIn der Folge verzog die Familie Preißler nach Dresden wo der Sohn Kurt seinen Schulabschluss in einer Realschule machte. Nach dem Schulabschluss folgte die erste Ausbildung zum Maler an der Kunstakademie Dresden, sein Studium finanzierte er zum Teil mit Werbemalerei für Dresdner Kaufhäuser usw.
Dann kam der 1.Weltkrieg und auch Kurt Preißler wurde Soldat. Da er aber nicht mit der Waffe kämpfen wollte, ließ er sich zum Sanitätssoldaten ausbilden – also schon damals gab es so etwas wie Wehrdienstverweiger in späteren Zeiten. Seine Erlebnisse als Sanitätssoldat im 1. Weltkrieg legten schon bald die Grundlage für sein künstlerisches Schaffen in der Zukunft – so schuf er nicht wie andere Künstler heroische Bilder von Schlachtenszenen mit zerfetzten Leibern und dergleichen – er hielt lieber das Leiden seiner verwundeten Kameraden in Darstellungen von Lazaretten fest.
Nach diesem Krieg wurde er Meisterschüler in Dresden und vervollständigte so seine Kenntnisse in den verschiedensten Malweisen bei Dresdner Malern und beschäftigte sich mit verschiedensten Kunstschulen. Aber letztlich blieb er immer wieder der realistischen Darstellungsweise verbunden.
Links aktueller und rechts ehemaliger Malerweg-AG LeiterGrundgedanke seiner Malerei war, nach den schrecklichen Erlebnissen des Krieges, den Menschen das Schöne in allen Fassetten der Natur und des Lebens aufzuzeigen um das Bewusstsein zu wecken das es sich lohnt das Schöne zu sehen – zu erhalten – zu pflegen und sich daran zu freuen.
Ganz nebenbei bemerkt, scheint mir, ist dies auch einer der Grundgedanken für unseren Malerweg hier in Sayda und Umgebung.
Fortan arbeitete er als freischaffender Künstler mit Wohnsitz in Dresden und unternahm, wie wir es von vielen Künstlern kennen, Studienreisen ins Ausland. So besuchte er z.B. Italien, Dänemark, Polen und die Schweiz.
Bis sein künstlerisches Schaffen durch den 2.Weltkrieg, wo er wieder in einen Krieg ziehen musste, unterbrochen wurde. In einen Krieg geschickt zu werden ist schon schlimm genug aber für ihn persönlich und seine Frau kam es noch schlimmer. In der Bombennacht von Dresden 1945 verloren sie nicht nur ihre Wohnung sondern auch sein bis dahin geschaffenes künstlerische Werk wurde fast vollständig vernichtet.
Geburtshaus Kurt Preißler Heute