• Im Malerweg seit: 15.01.2026
Öl auf Leinwand, Kurt Preißler, (1893-1968)

Spender der Staffelei: Prof. Dr. Fritz Wolfgang Bohling  

Da am 15.01.2026 der 133. Geburtstag von Kurt Preißler war, so wurde er logischerweise am 15.01.1893 geboren – geboren in Sayda. Zu dieser „133. Geburtstagsfeier“ sind wir bei diesem Bild zur Weihe am ehemaligen Wohnhaus der Familie Preißler gekommen um dem Sohn unserer Stadt die Ehre zu erweisen und ein weiteres Bild in den Malerweg Sayda aufzunehmen.
Aber nun zu der Person um welche es heute eigentlich geht, zu unserem Geburtstagskind und auf dem Bild gezeigten Kurt Preißler im Selbstbildnis…
Sein Vater - tätig als Dekorationsmaler - scheint ihm die Begabung für die Malerei in die Wiege gelegt zu haben. In der Folge verzog die Familie Preißler nach Dresden wo der Sohn...


Enthüllung der Staffelei

In der Folge verzog die Familie Preißler nach Dresden wo der Sohn Kurt seinen Schulabschluss in einer Realschule machte. Nach dem Schulabschluss folgte die erste Ausbildung zum Maler an der Kunstakademie Dresden, sein Studium finanzierte er zum Teil mit Werbemalerei für Dresdner Kaufhäuser usw.

Dann kam der 1.Weltkrieg und auch Kurt Preißler wurde Soldat. Da er aber nicht mit der Waffe kämpfen wollte, ließ er sich zum Sanitätssoldaten ausbilden – also schon damals gab es so etwas wie Wehrdienstverweiger in späteren Zeiten. Seine Erlebnisse als Sanitätssoldat im 1. Weltkrieg legten schon bald die Grundlage für sein künstlerisches Schaffen in der Zukunft – so schuf er nicht wie andere Künstler heroische Bilder von Schlachtenszenen mit zerfetzten Leibern und dergleichen – er hielt lieber das Leiden seiner verwundeten Kameraden in Darstellungen von Lazaretten fest.

Nach diesem Krieg wurde er Meisterschüler in Dresden und vervollständigte so seine Kenntnisse in den verschiedensten Malweisen bei Dresdner Malern und beschäftigte sich mit verschiedensten Kunstschulen. Aber letztlich blieb er immer wieder der realistischen Darstellungsweise verbunden.


Links aktueller und rechts ehemaliger Malerweg-AG Leiter

Grundgedanke seiner Malerei war, nach den schrecklichen Erlebnissen des Krieges, den Menschen das Schöne in allen Fassetten der Natur und des Lebens aufzuzeigen um das Bewusstsein zu wecken das es sich lohnt das Schöne zu sehen – zu erhalten – zu pflegen und sich daran zu freuen.
Ganz nebenbei bemerkt, scheint mir, ist dies auch einer der Grundgedanken für unseren Malerweg hier in Sayda und Umgebung.

Fortan arbeitete er als freischaffender Künstler mit Wohnsitz in Dresden und unternahm, wie wir es von vielen Künstlern kennen, Studienreisen ins Ausland. So besuchte er z.B. Italien, Dänemark, Polen und die Schweiz.

Bis sein künstlerisches Schaffen durch den 2.Weltkrieg, wo er wieder in einen Krieg ziehen musste, unterbrochen wurde. In einen Krieg geschickt zu werden ist schon schlimm genug aber für ihn persönlich und seine Frau kam es noch schlimmer. In der Bombennacht von Dresden 1945 verloren sie nicht nur ihre Wohnung sondern auch sein bis dahin geschaffenes künstlerische Werk wurde fast vollständig vernichtet.



Geburtshaus Kurt Preißler Heute

Nur einige wenige Radierungen und Malutensilien konnte seine Frau Gertrud Preißler in einem Rucksack bis nach Sayda retten. Erst 1946 kam auch Kurt Preißler, nach diesem schrecklichen Krieg, in seine Vaterstadt Sayda zurück. Das Ehepaar Preißler stand in Sayda vor dem Nichts, alles Materielle war verloren gegangen und trotz der tiefen Wunden welche dieser schreckliche Krieg auch in die Seelen der Menschen gerissen hatte fassten sie wieder Mut – blickten in die Zukunft und versuchten wieder Freude am Leben zu finden. In den Jahren nach dem Krieg schuf Kurt Preißler unermüdlich ein Kunstwerk nach dem anderen, seine Motive waren nun die Landschaften und Menschen seiner Heimat – also unserer Heimat. Einige dieser Werke können wir und die Gäste unserer Heimat heutzutage auch auf dem Malerweg Sayda bestaunen und den Vergleich mit dem Heute und den Veränderungen seit der Entstehung der Gemälde ziehen. Schwer hatten es das Ehepaar Preißler in den Jahren nach dem Krieg, denn ein Kunstwerk zu schaffen und die Schönheit der Natur in all ihrer Farbenpracht auf eine Leinwand zu bringen war das Bestreben des Künstlers – aber damit war der knurrende Magen nicht zu Frieden. So entstand manches Bild von Bauerngehöften für einen Sack Kartoffeln, einige Eier oder auch Äpfel im Herbst. Den Preißlers ist es also damals nicht besser gegangen als so manch berühmten Maler bei welchen zu Lebzeiten die Armut mit am Tisch gesessen hat... Aber sie – die Preißlers, haben sich nicht unterkriegen lassen und an den kleinen Dingen welche das Leben für sie bereit hatte Freude und Mut für die Zukunft geschöpft.

So schreibt Gertrud Preißler im Februar 1949 in ihr Tagebuch: „Waldmenschen sind wir geworden und Naturmenschen. Unser Geldmangel und unsere Armut bedrücken uns nicht. Wenn es nur zum Notwendigsten des Lebens reichte! In der Schreckensnacht des Dresdner „Faschings“ verloren wir all unser Hab und Gut, aber auch mancher Ballast verschmorte in den Flammen. Das Leben ist einfacher und wesentlicher geworden. Es gibt mehr worüber man sich freuen kann, weil die einfachsten Dinge schon Freude auslösen und nicht mehr selbstverständlich sind. Eine Scheibe Brot mehr ist ein Ereignis, ein Nachmittag im Walde ein Fest. So wird aus Armut und Mangel bei der rechten Einstellung zum Leben immer noch etwas Segensreiches. Was man aus der Welt macht – das ist sie - wie man sie ansieht – so erscheint sie uns!“

Auch der Alltag nach den schweren Nachkriegsjahren mit dem sich neu entwickelnden „Sozialistischen Staat“ waren für den Künstler nicht einfach. Seine farbenfrohen Bilder der Heimat schienen nicht mehr gefragt. Der arbeitende Mensch rückte in den Mittelpunkt und sollte an seinem Arbeitsplatz voller Stolz und heroischer Kraft gezeigt werden. Bei vielen seiner Bilder z.B. aus Stahlwerken und dergleichen fehlt plötzlich die Farbigkeit und Freude des Lebens, diese Bilder sind oft nur in schwarz – weis entstanden. Es scheinen Bilder zu sein die gefordert und die von den entsprechenden Stellen auch gekauft und zur Schau gestellt wurden. So ist es wohl zum Ausspruch gekommen, dass die Kunst zu Brote kriecht…

Aber allen Unbilden zum Trotz findet der Maler immer das Schöne auch aus den scheinbaren Tiefen des Alltages in den Folgejahren wieder heraus.

O-Ton DR. Bernd Findeisen: …Kurt Preißler – ein Künstler – in dieser Stadt geboren - mit seiner Kunst in Dresden wurzelnd – in der Heimat sein Werk und Leben vollendet. Kurt Preißler zog als junger Mensch in die Welt hinaus und kam als reifer Mann in bitterer Zeit in seine Heimatstadt zurück. Er brachte künstlerische Meisterschaft mit und beschenkte und bereicherte unsere Stadt und ihre Menschen mit wundervollen Bildern.

Wir haben die Verpflichtung – das Andenken an diesen Mann zu wahren - ihn nicht einzuschließen in unsere eigene Enge – sondern ihn und seine Werke hinauszutragen in die größere Welt … „ Seine Bilder in die Welt zu tragen – jedenfalls in die kleine Welt rund um seine Heimatstadt – ist das Anliegen unseres Malerweges – und dies auch in Verbindung mit Bildern anderer Künstler – welche ebenfalls die Schönheit dieser - unserer Welt - erkannt und mit ihren Bildern festgehalten haben … Hoffen wir, daß wir damit dem Anliegen von Kurt Preißler – das schöne dieser Welt und die Freude am Leben - Allen die auf dem Malerweg unterwegs sind näher zu bringen und damit seinem künstlerischen Vermächtnis gerecht zu werden."


Danke für ihre Aufmerksamkeit!

Der Malerweg

An einem Spazier- und Wanderweg innerhalb der Stadt Sayda (ca 3,0 km) und in der landschaftlich reizvollen Umgebung von Sayda und seinen Ortsteilen sind an exponierten Stellen Tafeln mit Bildern Saydaer Künstler aufgestellt.
Von diesen Punkten aus erfassten die Maler ihre Motive. Ein Blick in die Natur ermöglicht interessante Vergleiche zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie dem Malstil unterschiedlicher Personen.

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